Laufen im Winter – Geht das ?
von Dr. Felix Richter-Hebel
(seit über 25 Jahren erfolgreicher Ausdauersportler)
Natürlich können wir auch in der kalten Jahreszeit im Freien laufen ohne uns Sorgen um unsere Gesundheit machen zu müssen. Im Gegenteil: Es tut unserer Gesundheit gut, steigert die Kondition, macht Spaß und fördert wunderbar die Abwehrkräfte... wenn wir einige Besonderheiten beachten:
Die Wetterlage:
Neben der Kälte sind vor allem Wind und Luftfeuchtigkeit entscheidend. Für die "gefühlte"
Temperatur. Sehr kaltes, trockenes und windstilles Wetter ist z.B. viel angenehmer als ein weniger kalter Tag mit Regen
und Sturm.
Daher sollte unsere Streckenwahl sich nach dem Wetter richten, so dass wir z.B. im windgeschützteren Wald laufen
oder zumindest in Laufrichtung mit Rückenwind; eher auf festem Untergrund als durch Pfützen und Matsch und
eher auf geräumten und gestreuten Wegen als im Schnee etc.
Gerade den Laufanfängern und –anfängerinnen möchte ich Mut machen, trotz widriger äußerer
Bedingungen sich nicht vom Training abhalten zu lassen. Der Lohn ist die wachsende Ausdauerbelastbarkeit. Der Wechsel
aus beheizten, schlecht gelüfteten Wohn- oder Büroräumen in die frische Luft ist ausgesprochen gut
für den Kreislauf und die Durchblutung.
Die Bekleidung:
Bewährt hat sich das "Zwiebel"-Prinzip: mehrere dünne Schichten und eine winddichte Jacke.
Die Schuhe sollten stabil sein und ein besonderes rutschfestes Profil (Schnee, Blätter, Matsch) aufweisen. Dicke
Socken, Stulpen, Handschuhe und vor allem Mütze oder Ohrenschützer für die besonders empfindlichen
Körperteile, vervollständigen das Outfit.
Das Trainingsprogramm:
Anders als im Sommer sind jetzt vor allem Dauerbelastungen ohne Pausen angesagt. Hügelläufe,
Fahrtspiele, wechselnde Untergründe verbessern die Ausdauerleistung. (Im Winter entwickeln wir die Grundlagen
für eine erfolgreiche Sommer-Lauf-Saison).
Als laufbegeisterter Sportarzt werden mir oft folgende Fragen gestellt:
Darf man bei Kälte durch den Mund atmen? Schadet die kalte Lauf nicht den Bronchien?
Die Nasenatmung reicht beim Laufsport nicht für eine genügende Sauerstoffversorgung aus.
Die durch den Mund eingeatmete Luft wird aber so schnell in den Bronchien erwärmt, dass die Lungenbläschen
selbst bei starker Kälte keinen Schaden nehmen.
Wie schütze ich die Haut bei extremer Kälte?
Eine handelsübliche Hautcreme vor dem Lauf aufgetragen und ein Lippen-Schutzstift sorgen für
einen ausreichenden Hautschutz.
Darf ich bei Erkältung laufen?
Bei einem leichten Infekt ohne Fieber und ohne Blutbild/Laborveränderungen ist ein lockeres Training
unter Pulskontrolle erlaubt.
Fieber, eitriger Auswurf und/oder Infektanzeichen im Routine Labor (Blutsenkung, CRP, Blutbild) verbieten ein
Lauftraining.
Zu warnen ist im Winter...
wegen der Verletzungs- und Erfrierungsgefahr vor Läufen bei Glateis, bei Dunkelheit
oder auch ganz unbekannten Strecken. Dann sollte man besser auf ein Laufband im Sportstudio (auch gut als Laufschule)
oder ein Ergometer-Fahrrad, Spinning oder Rolle ausweichen.
Und nach einem eisig kalten Winterlauf?
Jetzt kommt das Schönste: schnell raus aus den nassen Klamotten, ein heißer Zitronentee
(erinnert an Zielankünfte), Badewanne, Dusche oder evtl. Sauna und dann in molligen Sachen aufs Sofa.
GESCHAFT !!!
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Dr. med. Felix Richter-Hebel · Schwaneweder Str. 39 · 28779 Bremen · Quelle:www.fittie.de










